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Web 20 für Schüler

Page history last edited by Constanze Döring 9 years, 8 months ago

Moderation: Constanze Döring, Schulservice der Stadtbibliothek Köln

 

 

Die Ausgangsfrage lautete: Wie kann ich bei einer Veranstaltung in der Bibliothek Schülern Werkzeuge des Web 2.0 zur eigenen Arbeitsorganisation vermitteln?

In der Diskussion ergaben sich verschiedene Problembereiche:

1) Zeit
Bibliotheken bieten unterschiedlich lange Veranstaltungen für Schüler an. Veranstaltungen für Oberstufenschüler dauern zwischen 1,5 und 2,5 Stunden, in die bereits viele Inhalte gepresst werden. Wo passen Web2.0-Inhalten da noch hin?
Außerdem sind wir bereits froh, wenn die Lehrer überhaupt zu einem Termin kommen, geschweige denn, zu mehreren Terminen in Folge. Eine Reihe von Terminen in der Bibliothek mit ein und derselben Schülergruppe ist kaum denkbar.

2) Inhalte
In den Veranstaltungen thematisieren wir bereits Inhalte aus der Katalogrecherche und der Datenbankrecherche, außerdem halten wir Quellenkritik für unerlässlich. Wie lassen sich Blogs, Wikis etc. einbinden? Müssen wir dafür eine eigene Veranstaltung anbieten? Würden Lehrer/Schulen dies nutzen?
Und welche der Inhalte sind überhaupt noch geeignet, um sie zu vermitteln? Einwurf: Bloggen ist out, eignet sich nicht mehr, ist überholt. Wordpress und ähnliche Tools haben das Bloggen so weit vereinfacht, dass es nicht mehr nötig ist, das zu vermitteln.
Andererseits müssen Schüler nicht unbedingt das technische Prozedere beim Bloggen lernen, sondern den Nutzen beim Lernen (ggf. in Arbeitsgruppen). Anregung: Auch in der Portfolio-Arbeit kann Bloggen eingesetzt werden, so dass Schüler gemeinsam an einem Thema arbeiten und darüber bloggen. Tumblr eignet sich ebenso als gemeinsame Plattform wie Wordpress auch.

3) Problemgruppe Lehrer
Frei nach der “Super-Nanny”: Das Problem ist nicht das Kind! Die Rahmenbedingungen sind auch für Lehrer erst mal kompliziert. Auch Lehrer müssen erst lernen, wie ihre Schüler Themen für die Facharbeit formulieren und wie ihre Schüler am besten dafür recherchieren. Sie müssen einsehen, dass Wikipedia-Artikel nicht generell abzulehnen sind, sondern für einen Einstieg ins Thema durchaus geeignet sein können. Außerdem müssen sie schon im Unterricht Quellenkritik vermitteln, genauso wie Methodik des wiss. Arbeitens. Viele Lehrer (die meisten?) sind davon aber weit entfernt...

4) Unterschiede in den Bundesländern
Einige Probleme lösen sich mit der Zeit von alleine. Lehrer werden sicherer bei der Absprache der Themen. Die Erfahrungen in der Stadtbibliothek Köln haben gezeigt, dass die Themen anfänglich extrem kompliziert formuliert wurden, so dass nicht nur die Schüler damit überfordert waren. Nach ca. 7 Jahren hat sich die Absprache aber insoweit reguliert, dass die Schüler längere Vorlaufzeit haben, in der erste Recherchen stattfinden, die dann bei der endgültigen Festlegung helfen, wodurch zu abstruse Themen vermieden werden. Auch die Kritikfähigkeit der Schüler an den Quellen hat stark zugenommen. Es werden nicht automatisch die ersten Treffer bei Google verwendet, die Schüler achten auf Anbieter.

 

Wünschenswert ist eine enge Zusammenarbeit von Schulen und Bibliotheken. In Nordrhein-Westfalen wird dies z.B. durch die Initiative Bildungspartner der Medienberatung NRW gefördert (http://www.bibliothek.schulministerium.nrw.de/). Das gegenseitige Verständnis ist dabei eine wichtige Grundlage für sinnvolle Arbeitsteilung.



Hilfreiche Links:
http://www.schulezwonull.de/
http://www.e-teaching.org/
http://www.lo-net2.de

Comments (1)

Lars Fischer said

at 10:44 pm on Mar 21, 2011

Ich würde gerne kurz auf das Thema Blogs eingehen, das ja in der Diskussion etwas kurz gekommen ist.
Blogs haben gegenüber nahezu allen schulischen Textformen den Vorteil, dass die Schüler routinemäßig etwas produzieren, was auch in der realen Welt relevant ist und nicht nur für den Unterricht. Damit entfällt der mit einigem Abstand größte Frustfaktor der Institution Schule - allein deswegen sollten Schüler so viel wie möglich im Netz publizieren. Wer arbeitet schon gerne für die Tonne?

Blogs, wie das hier gemacht wird, auf eine technische Fähigkeit zu reduzieren, halte ich auch für grundsätzlich falsch. Es entspricht in etwa der Vorstellung, den Schülern Lesen und Schreiben beizubringen reiche völlig aus, und alles andere komme von selbst. Das ist natürlich Blödsinn. Der technische Hintergund des Bloggens ist nicht mehr als die notwendige Voraussetzung für die eigentlichen Kulturtechniken, die einen Blog erst von einem beliebigen Haufen Texte unterscheiden. Insofern sind die neuen Tools erst Recht ein Grund, Blogs im Unterricht einzubinden, weil man sich die Technik-Einführung weitgehend sparen kann und sofort produktiv arbeitet.

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