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Kollaborative Plattform Infokompetenz

Page history last edited by Edlef Stabenau 4 years, 6 months ago Saved with comment

Ausgangspunkt(e)
Es existieren Plattformen, die den Austausch von Informationsmaterialien zwischen Bibliotheken und Informationseinrichtungen unterstützen sollen. (Beispiele: Kollaborativ erstellte E-Tutorials byerischer Bibliotheken, Plattform Informationskompetenz.de, LOTSE)

 

Problematisierung bestehender Ansätze

  1. Nutzungsrechte sind fast überall unklar und/oder restriktiv. Beispiele: Bei Informationskompetenz.de kaum Materialien, die explizit frei lizensiert und somit z.B. remixbar sind; LOTSE will von beteiligten Einrichtungen Lizenzgebühr, da nach langjähriger Drittmittelförderung auf diese Weise ein nachhaltiges Geschäftsmodell etabliert werden soll, etc.
  2. Es sind bisher kaum Standards kultiviert worden, die Kollaboration bzw. Nachnutzbarkeit auf technischem Level unterstützen. Beispiele: als inhaltlich positiv wurde das L3T-Handbuch erwähnt - dies ist aber nur in PDF-Kapiteldateien verfügbar, aus denen sich kaum Text herauskopieren läßt; manche Video-Formate sind in dieser Hinsicht ebenfalls problematisch etc.) 
  3. Vielleicht das grundlegende, konzeptionelle Problem: Entsprechend den Erfahrungen der Open Educational Resources (OER)-Bewegung, die seit 2002 insbesondere dank UNESCO und vereinzelter Initiativen in der englischsprachigen Welt (Stichwort MIT OpenCourseWare) dieses Thema voranbringen, sind frei lizensierte Bildungsmaterilien wichtig, um z.B. Elemente übernehmen zu können - Bildungsmaterialien eins zu eins zu "transplantieren" ist jedoch viel schwieriger, als man zunächst naiv vermuten könnte. Bildungsbedarfe sind regional, historisch und unter anderen Gesichtpunkten sehr unterschiedlich, Lehr-/Lernsituationen, in denen die Materilien eingesetzt werden, sind unterschiedlich, und nicht zuletzt unterscheiden sich auch die subjektiven Voraussetzungen und Interessen der Zielgruppen stark voneinander. An Bibliotheken kennt das jeder: ISI Web of Science sieht an der Bibliothek der FH Hannover anders aus als an der TIB/UB Hannover, weil dort andere Bestandteile lizensiert sind; an der einen Bibliothek werden Graduierte als strategisch wichtige neue Zielgruppe entdeckt, an der anderen ist man froh, ein gutes Angebot für alle auf die Beine zu stellen, etc. Ganz zu schweigen von den unterschiedlichen Bedürfnissen an ÖB und WB!
  4. U.a. wegen der oben genannten Probleme ist auf den genannten Plattformen z.T. erstaunliches zu beobachten: So hat z.B. LOTSE zwar eine lobenswerte Hinwendung zu visuellen Inhalten z.B. in Form von Videos vollzogen, aber deren Produktion geschieht gekapselt (eine produktionsstätte, die Bibliothekscommunity bekommt jeweils nur die fertigen Ergebnisse zu Gesicht etc.), die Videos sind gemessen an Sehgewohnheiten viel zu lang, sind bis zum Freemdschämen pädagogisierend, werden nicht auf populären Plattformen wie YouTube dargestellt, sondern versteckt auf der LOTSE-Website etc.

 

Brainstorming: Was brauchen wir nicht, was brauchen wir? 

Auch wenn wir die Usability unserer Webangebote etc. immer weiter verbessern: Wir brauchen Informationsmaterialien. Ein in sich geschlossenes Benutzer-Informationssystem, das (mit ggf. geringen "lokalen Anpassungen") eins zu eins an verschiedensten Bibliotheken und Informationseinrichtungen eingesetzt werden kann, paßt jedoch nicht mehr ins Webzeitalter. Wir brauchen kein neues LOTSE, sondern etwas ganz anderes.

Lehrmaterialien sollten jederzeit und überall einfach erzeugt werden (können). Mit Screencasts läßt sich z.B. schnell und einfach auf einen lokalen Bedarf, ggf, sogar auf eine einzelne Benutzeranfrage hin, reagieren. Wir brauchen nicht das eine, fertige Informationsmaterial-Produkt, sondern ein lebendiges Netzwerk von Informationsmaterial-Produzenten, die sich wechselseitig ihre Inhalte frei zur Verfügung stellen.

Wir stellen in der Bestandsaufnahme fest, daß gutes Informations- und Wissensmanagement an unseren Einrichtungen uns zwar enorm weiterbrächte. Stichwort: Das gesamte Know How unserer Einrichtung zum Thema XY mit einer Volltextsuche sofort sehen, auch wenns in einem Abteilungsprotokoll von 2003 versteckt ist. Vielleicht ist aber noch wichtiger die virtuelle "Bibliotheken-Allmende": Wir haben alle unser persönliches Netzwerk für bestimmte Informationskompetenz-Themen und rufen die einschlägigen Verdächtigen rasch an, wenn wir einen Tipp zum Thema XY brauchen. Wir suchen bei Slideshare.net zu unserem Thema, blättern viel herum, kopieren aber keine fertiges Folienset, sondern remixen vielleicht diese eine, coole Folie, die etwas schön auf den Punkt bringt, etc.

Dieser Imperativ des (vernetzten, remix-freudigen) Vor-Ort-Produzierens macht auch mehr Spaß, und wir selbst lernen dabei eine Menge: Über das Thema, über das Lehren, über die eingesetzten Medien. Und es macht Spaß, sein Wissen und seine Produkte im Netrzwerk zur Verfügung zu stellen, zu merken, daß es auch anderswo nützlich und wirksam wird.

 

Was müßte die Plattform können, die uns voranbringt?

 

  • Wir müssen schnell sehen/durchblättern können, welche neuen Praxistipps, Tutorials, HowTos... anderswo neu produziert worden sind. Feeds und Alerting wären cool, generell müßte die Plattform einiges von dem haben, was wir heute von Weblogs kennen. Nur: Weblogs allein reichen nicht, da zu zersplittert und zu sehr WebexpertInnen-Medium.
  • Wir müssen vor allem auch sehen können, wer welches Material produziert hat - denn das heißt auch, zu sehen, wer sich gerade mit welchen Themen, Methoden und Lehr-/lernmedien auseinandersetzt.
  • Wir müssen einfach und schnell Informationsmaterialien zum Thema XY suchen können, es muß sich also (auch) um einen Pool der Materialien selbst handeln. Wir müßten dort einfach neue Dinge hinzufügen können, vorzugsweise in Copy-and-Paste-freundlichen Formaten (z.B. MediaWiki-Markup).
  • Wir müßten alles einfach lizensieren können.
  • Wir müssen auch Nicht-Bibliothekare auf alles zugreifen lassen. Ziel wäre zwar explizit nicht, eine für den "Endnutzer" fertige Plattform bereitzustellen. Wohl aber, mit Experten angrenzender Communities (z.B. Open-Access-Verleger, Softwareentwickler, webbegeisterter Wissenschaftler und Medienpädagogik-Experten, wie sie auf den BibCamps herumlaufen) zu kollaborieren.
  • Wir müssen selbst eine geeignete technische Grundlage finden und betreiben. Ein veraltes CMS tut es nicht, Facebook tut es aber noch weniger. 

 

Comments (1)

Anne Christensen said

at 7:16 pm on Mar 14, 2011

Katrin Steiner antwortet auf "Wir brauchen kein neues LOTSE": http://lotse.sub.uni-hamburg.de/blog/2011/03/2199/

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