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Sharing von Literaturdaten - will das jemand

Page history last edited by hellopeter 8 years, 6 months ago

Sharing von Literaturdaten - will das jemand?

 

Auftakt der Session war die Frage, ob das Sharing von Literaturdaten auch wirklich ein Interesse der breiten wiss./akademischen Masse sei, oder ob dies nur von bestimmten Nutzergruppen (z.B. computer-affine Nutzer) als nützlich angesehen wird. Eine weitere Frage war, ob dies eventuell eher ein Generationenproblem sei, da viele der jüngeren Leute (Studenten, Doktoranden, etc) ihre Daten austauschen, während unter den eingefleischten Wissenschaftlern diesbezüglich eher Skepsis vorherrscht.

 

Ein Standpunkt in der Diskussion war, daß die Resistenz gegenüber einem Austausch von Literaturdaten weniger ein Generationenproblem ist, sondern eher eine technische und soziale Komponente hat.

 

Beispiel für technische Probleme: Um ein Sharing zu ermöglichen, werden oftmals ganz unterschiedliche Tools eingesetzt. Beim Transport der Daten zwischen den Tools kommt es jedoch oft zum (Teil-)Verlust der Daten. Dieser unzureichende Import & Export mindert laut einigen Teilnehmern ihre Bereitschaft/Motivation, Literaturdaten mit anderen auszutauschen.

 

Beispiele für soziale Probleme:

 

  • Das Sharing von Literaturdaten/Literaturlisten wird in der Forschung u.a. auch als Kontroll-Mittel zur Weiteranstellung bzw. Weiterfinanzierung verwendet, und ist damit mit negativen Assoziationen seitens der Wissenschaftler behaftet.
  • Desweiteren haben Naturwissenschaftler oftmals Angst, jemand anders könnte anhand der veröffentlichten Literaturlisten sehen, woran man gerade arbeitet und Einsicht in neue Ideen & Konzepte gewinnen.
  • Im schlimmsten Fall könnte ein konkurrenzierender Wissenschaftler (bzw. Forschungsgruppe) dieses Wissen dazu nutzen, um wesentliche neue Ergebnisse als erste(r) zu veröffentlichen.
  • Wissenschaftlern widerstrebt der Gedanke, ihre Daten online verfügbar zu machen, nicht nur aus Konkurrenz- oder rechtlichen Bedenken, sondern es existiert auch die Angst davor, daß andere sehen, mit was für "langweiligen Sachen" man sich eigentlich beschäftigt.
  • Schließlich gibt es zahlreiche Forschungsabteilungen bzw. Firmen, deren Forschungsdaten nicht das hochsichere, interne Netzwerk verlassen dürfen.

 

Generell ist es auch ein großer Unterschied, ob man lediglich seine eigenen Veröffentlichungen (bzw. die der eigenen Forschungsgruppe) öffentlich zugänglich machen möchte (dies ist i.d.R. erwünscht), oder Literaturlisten zu einem bestimmten Thema öffentlich machen möchte (dies wird aus obigen Gründen oftmals kritisch gesehen). Interessanterweise gilt das Sharing von Literaturdaten & Volltexten via Email & Post unter Naturwissenschaftlern seit jeher (und ungeachtet von Lizenzbestimmungen) als üblich & essentiell. Ein entscheidendes Kriterium ist dabei sicher die volle Kontrolle über den Empfängerkreis. Wie im echten Leben hängt die Bereitschaft zum Sharing ganz wesentlich davon ab, mit wem man seine Daten teilt. Im Unterschied zu einem web-basierten Sharing (innerhalb geschlossener Gruppen, z.B. via CiteULike) wird der Austausch von PDFs via Email als weniger kompliziert (da vertrauter?) und rechtlich sicherer empfunden. Letzteres ist zumindest ein Trugschluss. Ein Teilnehmer bemerkte noch, daß in seiner Gruppe von Wissenschaftlern insbesondere ein Interesse an einem Austausch der Zitate bestand, und weniger am Austausch der PDFs als solches.

 

Ein Wissenschaftler betonte die Wichtigkeit des Sharing von Literaturdaten zu "grauer Literatur", welche sonst nirgendwo zu finden seien.

 

Ein Teilnehmer bemerkte in seinem Forschungs-Umkreis eine Änderung in dem Verhalten, wie Literatur gesucht/gefunden wird. Anstelle über Google zu suchen, würden persönliche Kontakte zur Erschliessung neuer Literatur (wieder?) zunehmend wichtiger werden, d.h., man schaut eher die Literaturlisten (u.a. auch bei Twitter oder Friendfeed) von geschätzten/anerkannten Forscher-Kollegen durch, um neue Literatur zu entdecken.

 

Ein abschliessendes Fazit war, daß Sharing nicht ohne ein funktionierendes soziales Netzwerk funktioniert. Personen, die man schätzt bzw. denen man vertraut, sind auch in der digitalen Welt ein wichtiger Bestandteil eines funktionierenden Austauschs.

 

Victor Henning berichtete vom Sharing bei Mendeley: Standardmäßig sind alle Daten in der Webversion privat (d.h. nichts ist öffentlich), doch könnten bestimmte Aktionen (in einem "activity feed") öffentlich gemacht werden. Man kann auch bestimmen, nur einen einzelnen Eintrag öffentlich zu machen, oder alternativ jeden Eintrag eines bestimmten Aktions-Typs. Das Sharing von PDFs betreffend spricht Mendeley direkt mit allen großen Verlagen. Die großen Publisher sind also über alle Aktivitäten von Mendeley informiert, und lassen sie (z.T. zähneknirschend) machen - aber sie sagen auch, was aus ihrer Sicht noch gerade geduldet werden würde. Die Verlage sind aber auch nicht kategorisch abgeneigt, da sie sehr an einer erhöhten Sichtbarkeit ihrer Veröffentlichungen interessiert sind. Mendeley versucht bewusst, die Grenzen auszuloten und für den Nutzer Vorteile herauszuschlagen. Mendeley hat sich auch im Vorfeld sehr genau mit Anwälten (IP- und Copyright-Fachleuten) unterhalten, um die Applikation so zu gestalten, daß es eben kein nächstes Napster ist. Laut V. Henning besteht auch ein wesentlicher Unterschied zu Napster: Beim Austausch von Musik ist fast jeder nur Konsument, während in den Wissenschaften fast jeder auch gleichzeitig Produzent ist.

 

Mendeley hat u.a. Kooperationen mit JISC & der Uni Cambridge geschlossen. Die Mendeley-Daten sollen mit der Uni Cambridge ausgetauscht werden und in deren Institutional Repositories eingespeist werden. Desweiteren besteht eine Kooperation mit der Royal Society of Chemistry, durch welche Mendeley seine Daten mit den Daten in ChemSpider verknüpfen möchte (Mendeley's Literatur-Daten werden in ChemSpider dargestellt, und im Gegenzug sollen die Compound-Daten von - in den Publikationen veröffentlichten - chemischen Verbindungen auf der Mendeley-Webseite integriert werden).

 

Mit Blick auf Dienste wie Mendeley sah Lambert Heller ein Problem in der "Facebookisierung" der öffentlich zugänglichen Literaturdaten. Über klassische Austauschformate gäbe es schon lange eine gewisse Interoperabilität zwischen den unterschiedlichen Literaturverwaltungsprogrammen (obwohl die Tücke stets im Detail läge). Die Daten gehörten dem Nutzer allein, und er könne mit diesen zu einer anderen Software migrieren. Bei einem großen Datenkorpus wie bei Mendeley könnte man zwar immer noch seine eigenen Daten entfernen, doch könnte man nicht die Daten als Ganzes herunterladen, diese gehörten nur Mendeley und würden ein neues Monopol schaffen. Als Kontrast-Vorschlag erwähnte L. Heller "Twitter-Annotations", wobei man bibliographische Daten (bzw. Links zu diesen) an Tweets anhängen könnte, und idealerweise es allen erlaubt wäre, in der Gänze auf diese Daten zuzugreifen (ähnlich zu der aktuellen Archivierung aller Twitter-Daten durch die Library of Congress). Generell gesprochen ist Heller's Traum ein freier Daten-Pool, d.h. daß die Daten nicht nur in einer einzigen Anwendung, sondern (wie bei Twitter & seinen Twitter-Clients) jederzeit in jeder Anwendung verfügbar sind.

 

Auf Heller's Bedenken hin antwortete V. Henning, daß "Even less evil than Google" ein internes (wenn auch nicht ganz ernst gemeintes) Credo von Mendeley sei. In diesem Sinn sei auch die Veröffentlichung der Mendeley API (vorerst "read-only", später auch "write") zu sehen. Es sollen zwar nicht alle Daten auf einmal herunterladbar sein, aber dennoch große Mengen des Daten-Pools. Die verwendete Lizenz ist noch unklar. In jedem Fall sei der riesige Datenpool jedoch Bestandteil des Geschäftsmodells und würde zur Generierung von Statistiken und Empfehlungsdiensten genutzt werden (siehe Session "Crowdsourcing für Bibliotheken").

 

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